Ölheizung oder Gasheizung.
Beide Heizungen sind politisch zum Auslaufmodell erklärt — aber wenn ein Wärmepumpen-Tausch nicht möglich ist, bleibt die Frage: welche fossile Übergangslösung kostet weniger und macht weniger Ärger? Wir bauen beide ein, deshalb können wir es uns leisten, ehrlich zu sein.
Wer heute zwischen Öl und Gas wählt, wählt zwischen zwei Auslaufmodellen.
Beide Brennstoffe werden durch CO2-Preis und Lieferunsicherheit teurer. Gas hat aktuell den Kostenvorteil im Betrieb, Öl den Vorteil der Eigenversorgung über den Tank — aber beide sind langfristig die schlechtere Wahl.
Diese Seite zeigt, welche Heizung in welcher Nische noch eine Übergangslösung ist — und warum bei jedem Heizungstausch die Wärmepumpe trotzdem die erste Frage sein sollte.
Was kostet welche Heizung wirklich?
| Posten | Ölheizung (Brennwert) | Gasheizung (Brennwert) |
|---|---|---|
| Anschaffung + Einbau | 14.000 € | 12.000 € |
| Förderung | 0 € | 0 € |
| Eigenanteil netto | 14.000 € | 12.000 € |
| Energie 15 Jahre* | ~52.000 € (Öl + CO2) | ~42.000 € (Gas + CO2) |
| Wartung 15 Jahre | ~4.500 € | ~3.000 € |
| Schornsteinfeger | ~1.800 € | ~1.500 € |
| Gesamt 15 Jahre | 72.300 € | 58.500 € |
* Annahme: 3.000 L Heizöl/a vs. 18.000 kWh Erdgas/a, Brennstoffpreise + 5 % p.a. + CO2-Pfad bis 200 €/t bis 2030. Gas-Netzentgelte steigen mit sinkender Anschlussdichte zusätzlich.
KO-Kriterien — kurz und ehrlich.
Wann Gas-Brennwert noch eine Option ist.
Bestand mit Gas-Anschluss, Tausch innerhalb der nächsten 5 Jahre fällig, kein Wärmepumpen-Budget. Niedrigere Anschaffung, geringere Wartung, kein Tank — solange das Verteilnetz steht.
Wann Öl-Brennwert noch eine Option ist.
Kein Gas-Anschluss, intakter Tank, ländliche Lage. Vorteil: Eigenversorgung über mehrere Monate, Preisbeobachtung möglich. Nachteil: höhere CO2-Kosten und Tank-Pflichten.
Drei Szenarien, drei klare Empfehlungen.
Vier Mythen, die wir täglich entkräften.
„Gas ist die saubere Brücken-Technologie."
Gas ist sauberer als Öl, aber CO2-Preis und Netzkosten machen das schnell zur teuren Brücke. Brücke wohin? Es geht direkt zur Wärmepumpe — oder gar nicht.
„Öl ist günstiger weil ich vorrätig kaufen kann."
Strategisches Kaufen spart 5-10 %, nicht 30 %. CO2-Preis trifft trotzdem. Tank-Pflichten und Versicherung machen den Vorteil oft auf.
„Bei Bestandsgebäuden geht keine Wärmepumpe."
In über 80 % der Bestände geht WP nach unserer Auslegung. Voraussetzung: Heizlast korrekt rechnen, nicht schätzen.
„Gas wird wieder günstiger."
Erdgas-Netzentgelte steigen mit sinkender Anschlussdichte zusätzlich zum Brennstoffpreis. Selbst bei stabilem Marktpreis wird der Gesamtpreis weiter steigen.
Wenn beides geht — Gas. Aber lieber Wärmepumpe.
Wer wirklich nur zwischen Öl und Gas wählen kann, fährt mit Gas-Brennwert günstiger — solange das Verteilnetz steht. Aber bei jedem geplanten Heizungstausch im Bestand ist die ehrliche Frage: Geht eine Wärmepumpe wirklich nicht? In acht von zehn Fällen geht sie. Öl und Gas sind Übergangslösungen mit absehbarem Auslaufdatum, nicht 25-Jahre-Investitionen.