Wärmepumpe oder Gasheizung.
Die ehrliche Entscheidungshilfe vom SHK-Fachbetrieb — mit echten Zahlen, harten KO-Kriterien und einer klaren Empfehlung. Wir bauen beides ein, deshalb können wir es uns leisten, ehrlich zu sein.
Wer heute noch eine reine Gasheizung einbaut, kauft sich eine Heizung mit Verfallsdatum.
Erdgas verschwindet bis 2045 aus dem Verteilnetz, der CO2-Preis steigt jährlich, und der Staat zahlt bei der Wärmepumpe bis zu 70 % der Investition. In den meisten Fällen ist die Entscheidung klar — die Frage ist nur, ob Ihr Haus dafür bereit ist.
Diese Seite zeigt Ihnen ehrlich, wann sich was lohnt: mit echten Kosten, harten KO-Kriterien und einer Empfehlung, die wir uns nur leisten können, weil wir beide Systeme einbauen.
Was kostet welche Heizung wirklich?
| Posten | Wärmepumpe (Luft-Wasser) | Gasheizung (Brennwert) |
|---|---|---|
| Anschaffung + Einbau | 30.000 € | 12.000 € |
| BEG-Förderung | – 21.000 € (70 %) | 0 € |
| Eigenanteil netto | 9.000 € | 12.000 € |
| Energie 15 Jahre* | ~21.000 € (Strom) | ~36.000 € (Gas + CO2) |
| Wartung 15 Jahre | ~2.250 € | ~3.750 € |
| Schornsteinfeger | 0 € | ~1.500 € |
| Gesamt 15 Jahre | 32.250 € | 53.250 € |
* Annahme: 4.500 kWh Strom/a bei JAZ 4 vs. 18.000 kWh Gas/a, Preise + 4 % p.a. + CO2-Pfad bis 200 €/t bis 2030
KO-Kriterien — wann beide Optionen NICHT gehen.
Kein Platz, kein Strom, kein Budget.
- Kein Aufstellplatz für Außeneinheit (Reihenhaus mit 0,5 m Abstand)
- Heizkörper sehr klein, Vorlauftemperatur > 60 °C nötig, kein Geld für Tausch
- Gebäude ungedämmt + denkmalgeschützt + Eigenmittel < 10.000 €
- Stromnetz-Kapazität reicht nicht (selten, aber im Bestand möglich)
Politisch tot, finanziell teuer.
- Sie planen, > 15 Jahre im Haus zu wohnen (Gas-Ausstieg 2045)
- Gebäude liegt in Fernwärme-Vorranggebiet (kommunale Wärmeplanung)
- Altanlage > 30 Jahre (GEG verbietet Reparatur, nur noch Tausch)
- Sie wollen Heizkosten kalkulierbar halten (CO2-Preis steigt linear)
Für wen lohnt sich was — Klartext.
Was Sie über die Wärmepumpe gehört haben — und was wir wirklich messen.
„Wärmepumpe geht im Altbau nicht."
Geht. Vorlauftemperatur ist der entscheidende Wert, nicht das Baujahr. Wir haben Pumpen in 1962er-Häusern eingebaut, die mit 55 °C laufen. JAZ 3,2 — wirtschaftlich.
„Strom wird zu teuer, Wärmepumpe wird sich nicht rechnen."
Gaspreis steigt schneller (CO2-Preis-Pfad bis 200 €/t bis 2030 ist beschlossen). Strom-Wärmepumpen-Tarife liegen bei 22-26 ct/kWh. Differenz wird größer, nicht kleiner.
„Wärmepumpen sind so laut, das hält der Nachbar nicht aus."
Aktuelle Modelle (Vaillant aroTHERM plus, Viessmann Vitocal 250-A) liegen bei 35-40 dB(A) in 5 m Abstand. Leiser als ein Kühlschrank. Lärmschutz-Verordnung wird sicher eingehalten.
„Gasheizung ist noch lange okay, der Gas-Ausstieg wird gekippt."
Mag sein. Aber: CO2-Preis ist EU-Recht, kommunale Wärmeplanung läuft unabhängig, und ab 2045 ist kein Erdgas mehr im Netz. Wer heute Gas einbaut, hat 19 Jahre Heizung — die Lebensdauer ist 20 Jahre.
In 8 von 10 Fällen — Wärmepumpe.
Für den klassischen Einfamilienhaus-Fall im Bestand nach 1990 mit halbwegs ordentlicher Dämmung führt kein Weg an der Wärmepumpe vorbei. Förderung, Klimaschutz, Heizkosten — alles spricht dafür. Hybrid nur im unsanierten Altbau. Gas nur als finaler Tausch bei knappem Budget und kurzem Zeithorizont.